Diabetes

Ihre Mundgesundheit braucht Extra-Pflege

Zusammenhänge

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

ist eine chronische Erkrankung, die anfänglich keine akuten Beschwerden macht.
Viele Patienten erfahren erst im fortgeschrittenen Stadium davon, daß sie selbst betroffen sind. Vermeidbare Begleiterkrankungen sind dann unter Umständen schon vorhanden.

Parodontitis (Zahnbettentzündung)

ist ebenfalls ein chronischer Prozess und verläuft schleichend und zunächst schmerzlos. Erste Warnzeichen wie blutendes Zahnfleisch werden oft ignoriert oder als "normal" wahrgenommen.
Deshalb begeben viele Patienten sich erst relativ spät in Behandlung.

Beeinflussung

Diabetes und Parodontitis beeinflussen sich gegenseitig. Eine schwere, unbehandelte Parodontitis verstärkt einen Diabetes und macht es schwieriger, den Blutzucker unter Kontrolle zu halten.
Andererseits verschlimmert ein schlecht eingestellter Diabetes die Parodontitis.

Deshalb nicht wundern,

wenn wir gerade entzündete Taschen bei Ihnen festgestellt haben und Sie als erstes zu Ihrem Hausarzt oder Internisten schicken. Vielleicht steckt ja hinter Ihrem entzündeten Zahnfleisch ein unentdeckter Diabetes. Das sollte abgeklärt werden.

Zahn- und Hausarzt / Diabetologe

Es ist darum günstig, wenn die beiden Fachdisziplinen sich zusammentun, um sich bei der Behandlung von Patienten mit Diabetes und Parodontitis aufeinander abzustimmen.

Manchmal werde ich gefragt:

"Wieso habe ich Probleme mit meinen Zähnen? Ich bin Diabetiker und esse gar keinen Zucker." Diabetiker haben normalerweise selten Karies - gerade weil sie wenig Zucker essen. Sie haben dagegen oft Parodontitis. Diese Entzündung des Zahnhalteapparates wird von anderen Bakterien verursacht, die nicht von Zucker leben, sondern von Entzündungssekreten.

Bei gesundem oder erfolgreich behandeltem Zahnhalteapparat läßt der Blutzuckerspiegel sich besser einstellen.

 

 

 

 

 

 

 

Infos über die Zuckerkrankheit

Allen Diabetikern gemeinsam ist:

daß der Zuckerspiegel im Blut dauernd zu hoch ist.
Für die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Körperzellen ist das Hormon Insulin notwendig, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird.
Bei Diabetikern ist dieser Aufnahmevorgang gestört. Dadurch bleibt mehr Zucker im Blut.

Diabetes Typ 1

beginnt meistens in der Kindheit oder Jugend und kommt eher selten vor. Das eigene Immunsystem zerstört die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die für die Produktion von Insulin zuständig sind. Insulin ist notwendig, um Glukose aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren. Da der Körper das Insulin nicht mehr herstellen kann, muss lebenslänglich Insulin von außen zugeführt werden.

Diabetes Typ 2

mehr als 90% der Zuckerkranken gehören zu diesem Typus. Ihre Bauchspeicheldrüse kann zwar Insulin produzieren, aber die Körperzellen erkennen es nicht mehr richtig und nehmen die Glukose nicht auf. Sie werden gegen Insulin unempfindlich. Die Bauchspeicheldrüse versucht das durch Mehrproduktion von Insulin auszugleichen. Zum Schluß funktioniert auch die Insulinproduktion nicht mehr.

Risikofaktoren für Typ 2

Früher trat Diabetes vom Typ 2 eigentlich nur bei älteren Menschen auf. Inzwischen findet man den sogenannten Altersdiabetes aber immer häufiger bei übergewichtigen Jugendlichen und sogar bei Kindern. Denn neben einer erblichen Veranlagung sind falsche Ernährung (zuviel Zucker!), Übergewicht und Mangel an Bewegung Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Diabetes vom Typ 2.

Warnzeichen

  • ständig Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • Juckreiz, trockene Haut
  • Wunden heilen schlecht
  • dauernd müde und abgeschlagen
  • Infektionsanfälligkeit
  • Sehstörungen
  • Gewichtsabnahme (nur bei Typ 1)

Begleiterkrankungen

Erhöhter Blutzucker schädigt die feinen Blutgefäße. Das stört die Durchblutung und führt zu Gewebsschädigungen überall im Körper. Oft sind die Augen, Nerven, Nieren und Zehen betroffen. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ist erhöht.
Ein Typ 2- und ein schlecht eingestellter Typ 1-Diabetes sind Risikofaktoren für Zahnbetterkrankungen und Zahnverlust.

Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig.
Lassen Sie Ihren Blutzucker vom  Hausarzt bestimmen.

 

 

 

 

 

 

 

Was Sie Ihrem Zahnarzt mitteilen sollten:

  • Ist bei Ihnen Diabetes festgestellt worden?
  • Haben Sie Probleme, Ihren Blutzuckerspiegel stabil zu halten?
  • Gibt es andere Veränderungen in Ihrer Krankheitsgeschichte?
  • Die Namen aller Medikamente, die Sie einnehmen.

Was Sie Ihrem behandelnden Arzt mitteilen sollten:

  • Wurde bei Ihnen eine Zahnbetterkrankung festgestellt?
  • Wurde die Zahnbetterkrankung erfolgreich behandelt?

 

 

 

 

 

 

 

Ihre persönliche Checkliste

  • Mein Blutzuckerspiegel ist stabil.
  • Ich bin Nichtraucher oder höre auf zu rauchen.
  • Ich achte auf Entzündungszeichen am Zahnfleisch.
  • Ich halte mich an meinen Ernährungsplan.
  • Ich nehme die verschiedenen Medikamente nach Anweisung meines Arztes ein.
  • Ich reinige meine Zähne zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta.
  • Ich entferne alle Beläge auf und zwischen meinen Zähnen und besonders am Zahnfleischrand.
  • Ich verwende täglich Zahnseide und/oder Zwischenraumbürsten für die Stellen, wo die normale Zahnbürste nicht hinkommt.
  • Ich reinige meinen Zahnersatz nach jeder Mahlzeit.
  • Ich gehe zweimal jährlich zur zahnärztlichen Untersuchung.
  • Ich lasse meine Zähne in den empfohlenen Abständen professionell in der Zahnarztpraxis reinigen.
  • Ich vereinbare meine Zahnarzttermine vormittags, denn dann ist mein Insulinspiegel stabiler als am Nachmittag.

© Dr. Imogen Wilde 2017

 

 

 

 

 

 

 

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