Erosion

Wenn der Schmelz immer dünner wird

Woher kommt das?

Sauer macht nicht nur lustig

Säure löst Kalk auf.
Das kennen Sie vom Entkalken des Teekessels zu Hause.
Oder von den Kalkablagerungen auf den Armaturen in Küche und Bad, die Sie mit Essigreiniger entfernen.

Säure greift den Zahn an

Auch Zähne bestehen aus einer kalkartigen Substanz, die sich in Säure löst. Bei Caries sind es Bakterien, die aus Zucker Säure produzieren und damit den Zahn angreifen. Aber saure Nahrungsmittel und Getränke können auch direkt Schäden am Zahn anrichten.

Saure Nahrungsmittel

Saure Bonbons (auch zuckerfreie!), Vitamin-C-Brausetabletten, Marinaden, Essig, Fruchtsäfte und -schorle, Früchte, Wein, Energy-Drinks, Limonaden, Alkopops und alle anderen sauren Nahrungsmittel verursachen bei häufigem Konsum großflächige Defekte - sogenannte Erosionen.

Säure + Zucker

Gerade Limonaden und Alkopops erreichen Säurewerte, die fast dem von Essig entsprechen. Dann wird vom Hersteller eben jede Menge Zucker dazugekippt, um es wieder genießbar zu machen.
Für Zähne ist das ein verhängnisvolles Gemisch.

Steter Tropfen höhlt den Zahn

Werden solche Getränke über längere Zeiträume immer wieder schluckweise in den Mund genommen, hat der Speichel keine Chance, den Säureangriff abzupuffern.
Der Zahnschmelz wird immer dünner. Das Zahnbein wird schließlich freigelegt. Zähne können dadurch empfindlicher werden.

"Light" und "Zero"

Übrigens bieten die Light-Versionen von Cola, Limo & Co. keinen Schutz vor Erosionen, denn sie enthalten lediglich weniger oder keinen Zucker, aber immer noch genauso viel Säure wie die klassische Rezeptur.

Magensäfte

Auch Magensäure greift den Zahnschmelz an, wenn sie in den Mund gerät.
Deshalb sind Menschen, die sich häufig übergeben müssen, oft von Erosionen betroffen.

Putzen gleich nach Saurem?

Direkt nach dem Genuss saurer Lebensmittel - oder auch nach dem Übergeben - sind Kristalle im Zahnschmelz angelöst. Die schrubben Sie weg, wenn Sie dann Ihre Zähne putzen.
Der Abtrag liegt zwar im Mikrobereich, summiert sich aber über die Jahre.

Putztechnik

Allzu heftiges Schrubben mit der Bürste, vor allem in Verbindung mit Scheuerpulver-artiger Zahnpasta gibt dem angegriffenen Schmelz den Rest.

Abrieb

Kommt zur erhöhten Säurebelastung auch noch Zähneknirschen hinzu, dann nutzt der Schmelz der Kauflächen und Schneidekanten sich besonders schnell ab. Wenn der Schmelz weggeknirscht ist, liegt das weichere Zahnbein frei, das durch Säure noch erheblich schneller ausgewaschen wird als der Zahnschmelz. Dadurch entstehen kraterförmige Vertiefungen in der Zahnoberfläche.

 

 

Was tun?

Damit die Chemie stimmt

  • Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist.
  • Je kleiner, desto saurer = schädlicher für Ihre Zähne.
  • Im Mund herrschen normalerweise neutrale Bedingungen (pH 6,5 - 7,5)
  • Sobald der pH unter einen Wert von 5,5 absinkt, werden die Zähne angegriffen.
Säure-Werte von Flüssigkeiten
Quelle: Wikipedia und www.saurezaehne.de

Trinken Sie das Richtige

  • Milch - zahnfreundlicher pH-Wert plus Calzium und Phosphat. Das ist der Knüller für Ihre Zähne.
  • Mineralwasser - erfrischend, kalorienfrei, zahn- und figurfreundlich
  • Tee - enthält Spuren von Fluorid. Mit Milch getrunken haben Sie einen Power-Cocktail für Ihre Zähne.
  • Kaffee - liegt zwar knapp unter dem Schwellenwert, aber mit einer ordentlichen Portion Milch rutscht er in den unbedenklichen pH-Bereich.

Und das lieber nicht

Machen Sie einen Bogen um Cola, Limo und Energy-Drinks. Wer den Geschmack unwiderstehlich findet, schränkt den Konsum wenigstens ein. Solche Sachen besser nur zu den Mahlzeiten trinken.

Das Kauen stimuliert die Speicheldrüsen.

Verdünnen

Fruchtsäfte mit viel Mineralwasser zum Schorle verdünnen. Fruchtsaftschorle liegt aber trotzdem noch im bedenklichen pH-Bereich. Es ist nur nicht ganz so aggressiv wie der pure Saft.

Also: Schorle selten!

Beim Saftpressen fallen die nützlichen Ballaststoffe weg. Deshalb essen Sie das Obst lieber frisch und unverarbeitet.

Speichelfluss fördern

Regen Sie Ihre Speichelproduktion an, indem Sie zuckerfreie, am besten mit Xylit gesüßte Kaugummis kauen. Dadurch wird die Säure schneller verdünnt und heruntergeschluckt. Der Speichel kann dann die mikroskopisch kleinen Defekte im Schmelz reparieren.

Putzpause?

Mit dem Putzen eine halbe Stunde zu warten, wenn man zuvor Saures gegessen oder getrunken hat, macht wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge keinen ausschlaggebenden Unterschied.

Fluoride

helfen beim Remineralisieren des Zahnes und bilden außerdem eine Deckschicht.
Die Fluorid-Deckschicht leistet der Säure deutlich länger Widerstand als der normale Zahnschmelz. Deshalb nach Saurem gut ausspülen, Fluorid-Gel oder -Zahnpasta mit dem Finger auftupfen und fünf Minuten einwirken lassen.

Vorbeugung / Prophylaxe

Sie machen heute Obsttag?
Sie leiden unter Schwangerschaftsübelkeit?
Sie rechnen also schon mit dem nächsten Säureangriff auf Ihre Zähne?
Tupfen Sie vorher schon Fluorid-haltige Zahncreme oder ein Fluorid-Gel mit dem Finger auf Ihre Zähne. Lassen Sie das Fluorid ca. fünf Minuten einwirken.

Werbeversprechen?

Manche Zahnpasten werben damit, verloren gegangenen Schmelz wieder "auffüllen" zu können.
Das funktioniert vielleicht im Mikrobereich.
Wo Schmelz großflächig verloren ist, wächst aber auch mit der besten Zahncreme keiner wieder hin.

Defekte füllen

Größere Substanzdefekte können vom Zahnarzt wieder aufgefüllt werden.
Wir verwenden hierfür lichthärtende Kunststoffe oder in Zusammenarbeit mit dem Zahntechniklabor keramische Werkstoffe.

Richtige Putztechnik

Steigen Sie auf eine sanftere Zahncreme um.
Lassen Sie sich von uns die passende Technik zeigen.

© 2016 Dr. Imogen Wilde

 

 

 

 

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