Karies

Vorbeugen ist besser als Bohren

Karies ist eine bakterielle Infektionskrankheit.

Karies-Bakterien benötigen Zucker, Zeit und Zähne. Fehlt eine dieser vier Voraussetzungen, so bleiben Sie von Karies verschont.

Zahn

Bei noch zahnlosen Säuglingen können Kariesbakterien sich noch nicht dauerhaft einnisten. Sicherheitshalber trotzdem lieber eine Infektion vermeiden, damit ihren Kindern gesunde Milchzähne sicher sind. 

Bakterien

Wer keine Karies-Bakterien im Mund hat, kann Zucker essen, ohne Löcher zu bekommen.
Nur  sind leider fast 100% der Bevölkerung hierzulande mit dem Karies-Bakterium infiziert. Karies ist eine Volkskrankheit.

Zucker

Wer gar keinen Zucker zu sich nimmt, bekommt auch keine Karies. Aber Verbote münden oft bloß in Heißhunger und schlechtes Gewissen. Damit ist Ihren Zähnen auch nicht gedient.

Zeit

Jedesmal, wenn man etwas Zuckerhaltiges in den Mund nimmt, fressen die Bakterien mit. Sie scheiden dann rund eine halbe Stunde lang Säure aus, die die Mineralien der Zähne anlöst. Ein Mikrodefekt entsteht.

Versteckter Zucker

Auf Zucker zu verzichten ist gar nicht so einfach.

Hätten Sie's gedacht?

Nahrungsmittel, von denen man es auf den ersten Blick gar nicht annimmt, enthalten oft eine ganze Menge Zucker, z.B. Ketchup, Wurst oder Senf.

Honig

Auch der "gesunde" Honig enthält enorm viel Zucker und schadet Ihren Zähnen.

Etikettenschwindel

Früher verschleierte die Industrie, wieviel Zucker tatsächlich in ihren Waren enthalten war. Saccharose, Glukose, Fruktose und Maltose sind nur andere Namen für Zucker.

Aber nun gibt es die Nährwerttabelle.

Endlich mehr Klarheit

seit dem 13. Dezember 2016 sind die Hersteller von industriell gefertigten Nahrungsmitteln dazu verpflichtet, eine Nährwerttabelle auf die Verpackung zu drucken.

Nährwerttabelle

Die Hersteller müssen jetzt alle verwendeten Zuckerarten aufführen und den Gesamtzuckergehalt in Gramm angeben.

Vergleichen Sie

Die Angaben zum Gesamtzuckergehalt beziehen sich auf 100g (bei Flüssigkeiten auf 100ml) des Lebensmittels.

Dadurch wird es kinderleicht, Vergleiche anzustellen.

Diabetikerware

enthält keine Glukose und schont damit Ihre Bauchspeicheldrüse. Dafür wird mit anderen Zuckerarten gesüßt. Den Bakterien ist es egal, welche Sorte Zucker sie zu fressen kriegen.

Chips und Flips

Auch Knabberzeug löst leicht Karies aus, weil die Stärke in den Kartoffeln bzw. im Mais durch das Fritieren abgebaut wird und dann ähnlich wirkt wie Zucker.

Cola, Limo & Co.

Nicht nur beim Essen, auch beim Trinken füttern wir die Kariesbakterien. Das vergessen wir gern. Eine Dose Cola kann mehr Zucker enthalten als ein Schokoriegel.

Am 24. August 2016 in der Tagesschau:

"Erfrischungsgetränke machen nicht frisch, sondern krank"

Oliver Huizinga, Foodwatch, Ressort Kinderernährung und Übergewichtsprävention

Nach Untersuchungen der Verbraucherorganisation Foodwatch enthalten Erfrischungsgetränke in Deutschland zu viel Zucker.

Foodwatch hat insgesamt 463 Limonaden, Energydrinks, Fruchtsäfte, Schorle, Brausen und Eistees untersucht.

Flüssiger Zucker in Form von Getränken erhöht das Risiko für Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und Karies.

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an zuckergesüßten Getränken liegt hierzulande bei über 80 Litern pro Jahr.

Die Zuckeraufnahme durch Lebensmittel liegt in Deutschland durchschnittlich bei 90 Gramm pro Tag. Getränke sind nur ein Teil davon, fallen aber besonders bei Kindern ins Gewicht.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dagegen nur 25 Gramm Zucker pro Tag.

Das süßeste getestete Getränk, ein Energy-Drink, enthält 78 Gramm Zucker in einem halben Liter. Das entspricht 26 Würfelzuckern.

Sechsundzwanzig  Stück  Zucker!!!!!

Quelle: tagesschau und dpa

Speichel ist ein ganz besonderer Saft.

Reparaturflüssigkeit

Speichel ist in der Lage, Säure abzupuffern.
Zudem können die im Speichel gelösten Mineralien die Mikrodefekte im Zahn reparieren, die die Bakterien mit der ausgeschiedenen Säure angerichtet haben.

Reparaturdauer

Allerdings dauert der Reparaturvorgang relativ lange. Drei bis sechs Stunden können vergehen, bis der Mikroschaden wieder behoben ist.

Steter Zucker höhlt den Zahn

Wer innerhalb der Reparaturzeit die nächste Portion Zucker in den Mund nimmt, setzt den nächsten Mikrodefekt, bevor die letzte Reparatur erledigt ist.
Das summiert sich irgendwann zum Loch.

Clever naschen

Menge vs. Häufigkeit

Nicht die Menge des konsumierten Zuckers bestimmt Ihr Karies-Risiko, sondern die Häufigkeit der zuckerhaltigen Mahlzeiten und Getränke.

Aus zahnmedizinischer Sicht

ist es klüger, viel Süßes auf einmal zu sich zu nehmen als nur wenig Süßes häppchen- oder schlückchenweise über den ganzen Tag zu verteilen.

Wenn schon, dann aber richtig!

Wer gerne nascht, gönnt sich lieber einmal am Tag eine ordentliche Portion Süßes, z.B. als Nachtisch, putzt sich die Zähne mit einer Fluorid-haltigen Zahnpasta und läßt dann den Speichel mehrere Stunden lang die Zähne mineralisieren.

Speichelproduktion

Den Speichelfluß können Sie mit zuckerfreien Kaugummis anregen. Besonders günstig hierfür sind Kaugummis, die zu 100% mit Xylit gesüßt sind.

Der kleine Hunger

Wer zwischendurch schon wieder Hunger kriegt, kann auf Nahrungsmittel ausweichen, die keinen Zucker enthalten: Käse, ein Ei, Nüsse oder ein Naturjoghurt sind gute Alternativen.

Schleckermäuler

Wer's süß braucht, kann auch zu Süßigkeiten greifen, die mit Xylit gesüßt sind.
Die sind leider nicht ganz billig, aber super für die Zähne.

Getränke

Steigen Sie von Limonaden, Softdrinks und Säften auf Harmloses um.
Wasser ist das natürlichste Getränk überhaupt: erfrischend, zahnfreundlich und kalorienfrei. 

Milch

Der hohe Calzium-Gehalt und günstige Säurewert machen Milch zu einem sehr zahnfreundlichen Getränk. 

Kaffee oder Tee

Lassen Sie den Zucker weg oder ersetzen Sie ihn durch Süßstoff. Trinken Sie Ihren schwarzen Tee mit Milch statt mit Zitrone, und Sie haben einen Power-Cocktail für Ihre Zähne. 

Was Sie sonst noch tun können

Xylit

ist ein Zuckeraustauschstoff, der in etlichen Pflanzen natürlich vorkommt und auch beim Zuckerabbau im menschlichen Körper entsteht;

ist eine kalorienarme Alternative zu Zucker ohne künstlichen Nachgeschmack;

hemmt den Bakterien-Stoffwechsel und tötet Karies-Bakterien so ab;

fördert die Ausheilung beginnender Caries

und schützt vor Karies.

Fluorid

ist ein unverzichtbares Spurenelement;

hemmt den Bakterien-Stoffwechsel;

macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger;

kann gemeinsam mit Mineralien, die im Speichel gelöst sind, kleine Schmelzentkalkungen wieder rückgängig machen;

beschleunigt die Remineralisierung des angegriffenen Zahnschmelzes

und schützt vor Karies.

Gute Mundhygiene 

Die regelmäßige, gründliche Entfernung aller Beläge hilft nicht nur gegen Karies, sondern wirkt darüber hinaus auch gegen Entzündungen des Zahnfleisches.

Denken Sie bitte daran, daß Zähne auch eine Rückseite haben und auch die Zwischenräume gesäubert werden sollten.

Wir zeigen Ihnen die für Sie geeigneten Putztechniken.

Bereiche, die Sie bei der häuslichen Zahnpflege nicht erreichen, können  wir Ihnen in der Zahnarztpraxis professionell reinigen.

Xylit, Fluorid und gute Mundhygiene können aber die Auswirkungen häufigen Zuckerkonsums nicht komplett auffangen. Deshalb:

Selten Zucker!

© 2016 Dr. Imogen Wilde

 

 

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