Gesunde Ernährung

Da haben Sie den Salat!

 

Quelle: Zahnärzteblatt Baden-Württemberg I/2017

Nitrat - gesund oder gefährlich?

Nitrat in Gemüse

Nitrat ist eigentlich ein Pflanzenwirkstoff, der für die Gesundheit und das Wachstum von Pflanzen eine wichtige Rolle spielt. Blattgemüse wie Spinat, Mangold, Rucola und diverse Blattsalate enthalten viel davon.

Blattgemüse gilt bislang wegen seines Nitratgehaltes als problematisch. Dabei ist Nitrat an sich gar nicht schädlich für die Gesundheit.

Nitrat in Fleischwaren

Gepökelten Fleischwaren wird Nitrat bzw. Nitrit hinzugefügt. Während der Verdauung können unter manchen Umständen aus Nitrat chemische Verbindungen wie Nitrit, Stickoxide und Nitrosamine entstehen.

Nitrosamine gelten als stark krebserregend und stehen unter Verdacht, Magen- und Speiseröhrenkrebs zu verursachen.

 

Nitrat und Vitamin C

Die Bildung des gefährlichen Nitrosamins bleibt aus, wenn zusammen mit dem Nitrat auch Vitamin C aufgenommen wird. Und pflanzliche Lebensmittel enthalten meist ausreichende Mengen an natürlichem Vitamin C. Deshalb müssen wir die Nitrataufnahme aus Blattgemüsen ganz anders bewerten als bei gepökelten Fleischwaren, denen die Zusatzstoffe Nitrat bzw. Nitrit hinzugefügt werden.

Dr. Ralf Schweigest, Universität Hohenheim

Studien

Unerwartet

Interessanterweise wurde in Studien der vergangenen Jahre zunehmend beobachtet, daß es förderlich für die Gesundheit sein kann, wenn man nitratreiche Pflanzennahrung zu sich nimmt.

 

Uni Hohenheim und Uni Würzburg

veröffentlichten 2016 eine gemeinsame Studie*. Darin zeigten die Forscher, dass das Nitrat aus Blattgemüse schon innerhalb von zwei Wochen überraschend deutliche Auswirkungen bei Zahnfleisch-Entzündungen hatte.

(* im Journal of Clinical Periodontology)

Doppelblindstudie

44 Personen mit chronischer Zahnfleischentzündung tranken zwei Wochen lang dreimal täglich ein Salatsaftgetränk.

Die Smoothies sahen alle genau gleich aus und schmeckten identisch.

Einziger Unterschied: Der Nitrat-Gehalt.

 

Green Smoothie

Ergebnis

Die Patienten wurden nach den zwei Wochen zahnärztlich nachuntersucht.

Die Gruppe die den nitratfreien Saft bekommen hatte, hatte unverändert Zahnfleischprobleme.

Die Entzündungswerte der Gruppe, die nitrathaltigen Saft getrunken hatte, waren deutlich besser. Die Wissenschaftler** waren überrascht über die Unterschiede nach nur zwei Wochen.

(** Teams um Prof. Reinhold Carle und Prof. Ulrich Schlagenhauf)

Wie funktioniert's?

Das Pflanzen-Nitrat wird rasch vom Körper aufgenommen und über den Speichel wieder in den Mund abgegeben. Dadurch ist die Nitrat-Konzentration im Mund auch noch längere Zeit nach dem Trinken messbar erhöht.

Bestimmte Bakterien, die insbesondere in den Zahnzwischenräumen leben, wandeln das Nitrat in Nitrit um.

Nitrit

wirkt antimikrobiell. Es wird vermutet, daß es schädliche Bakterien hemmen kann.

 

Außerdem wird das Nitrit weiter chemisch umgewandelt. Der entstehende Stoff (Stickstoffmonooxid) kann die Durchblutung fördern, den Blutdruck senken und Entzündungsprozesse hemmen.

Vorsicht bei Babys

Der Stoffwechsel bei Babys ist noch nicht so ausgereift wie beim Erwachsenen. Zuviel Nitrat kann für kleine Kinder gefährlich werden.

Allerdings kommt chronische Zahnfleischentzündung bei Kleinkindern nicht vor. Deshalb besteht auch keine Notwendigkeit, Nitrat als Mittel dagegen einzusetzen.

 

 

 

 

Die Ernährungs-Docs (NDR)

Der NDR hat am 28.1.2019 In  der Sendereihe "Die Ernährungs-Docs" eine Ernährungsweise vorgestellt, die dabei hilft, Entzündungen des Zahnhalteapparates zu reduzieren.
Die Empfehlungen wurden in Kooperation mit dem Ernährungstherapie-Team vom medicum-Hamburg erarbeitet.

Sie sollten eine Ernährungsumstellung sicherheitshalber mit Ihrem Hausarzt oder Ernährungsmediziner /-berater absprechen.

Die Fünfer-Regel:

täglich 3 Handvoll Gemüse  und 2 Handvoll zuckerarme Obstsorten essen. Je bunter desto besser.
Das Gemüse sollte mit hochwertigen Ölen zubereitet werden.

Das Teller-Prinzip:

50% Gemüse/Obst (halber Teller)
30% Fisch/Fleisch (drittel Teller)
20% ballaststoffreiche Beilage, Vollkornprodukte (restlicher Teller)
Ballaststoffe halten länger satt

Trinken Sie viel

Wasser, ungesüßten Tee oder Kaffee.
Unbedingt zuckerfreie Getränke wählen.


lieber meiden:
Fruchsaft, Schorle und Limonaden (auch die light- und zero-Version)

Reduzieren Sie Zucker

Zucker hält Entzündungsprozesse am Laufen. Lieber Rohkost oder eine Handvoll Nüsse knabbern. Wenn es unbedingt Süßes sein muss, dann dunkle Schokolade mit 70% Kakao-Anteil, möglichst als Nachtisch direkt nach einer Mahlzeit.
Und dann Zähne putzen.

Eiweiß (Protein):

2 bis 3 Portionen täglich
Denn es macht lange satt und verhindert Heißhungerattacken
z.B. Nüsse und Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier, Fisch, mageres Fleisch

gute Fette:

hochwertig hergestelltes Nuss-, Oliven-, Lein- oder Hanföl.
Lachs, Hering, Makrele sind reich an Omega(Ω)3-Fettsäuren.
Deshalb 2-3mal Fisch pro Woche
Wer keinen Fisch mag: Walnüsse

Bauen Sie Ihre Darmflora auf:

Am besten täglich mit fermentierten Lebensmitteln, die viele Milchsäurebakterien enthalten.
ungekochtes Sauerkraut, Kimchi, Kefir, Joghurt, Brottrunk...
Man kann auch probiotische Tropfen oder Dragees aus der Apotheke nehmen.

Entzündungshemmende Gewürze

möglichst täglich verwenden:
Ingwer, Currypulver, Kurkuma, Muskat, schwarzer Pfeffer, Schwarzkümmel (Achtung, das ist nicht der normale Kümmel, sondern sieht aus wie schwarze Sesamsamen)

Schwarzkümmel-Öl

zusätzlich zur Zahnpflege 1 bis 2 Teelöffel Schwarzkümmelöl auf das entzündete Zahnfleisch einreiben, evtl. etwas spülen, einige Minuten einwirken lassen und anschließend wieder ausspucken.
2 bis 3 mal täglich

überwiegend fleischlos ernähren z.B.:

Frühstück:

Quark mit Früchten, etwas Haferflocken, Nüsse und Leinöl

Mittagessen:

Salat mit Eiweißbeilage wie Mozzarella, Feta, Kidneybohnen, Hähnchen
oder 1 Scheibe Vollkornbrot / Eiweißbrot mit Frischkäse, Avocado, Ei und Rohkost
oder grünem Smoothie

Abendessen:

Fisch / Fleisch / Milchprodukte mit Gemüse, ggf. mit 2 Kartoffeln

Die Zusammenfassung der Ernährungs-Docs
über  empfehlenswerte und nicht empfehlenswerte Nahrungsmittel finden Sie auf unserer Downloadseite

körperliche Aktivität steigern

auch das hilft, entzündliche Prozesse einzudämmen.
Deshalb Treppensteigen statt Aufzug, Fahrrad statt Auto, ein bißchen Sport, Bewegung an der frischen Luft.
Das senkt den Stress-Pegel und fördert das Immunsystem.

 

 

 

 

Also, ran an den Salat!
nicht an den Speck...

© 2017 Zahnarztpraxis Dr. Imogen Wilde

 

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