Schlafen ist gesund

Erst mal ganz allgemein

Menschen müssen schlafen. Schlaf ist ungeheuer wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden. Und wir lösen leichter Probleme, wenn wir drüber geschlafen haben.

Blutdruck, Puls und Atemfrequenz sinken, der ganze Körper kann sich regenerieren. Deshalb fördert Schlaf auch die Wundheilung und ist gut fürs Immunsystem.

Gesunde Menschen haben einen deutlich höheren Stoffwechselumsatz als Menschen, die an einer Schlafstörung leiden. Wer zuwenig schläft, nimmt eher an Gewicht zu.

Unser Gehirn sortiert, ordnet und festigt Erinnerungen während des Schlafes. Unser Arbeitsgedächtnis profitiert davon. Bei zuwenig Schlaf lässt es dagegen nach.

Schlafmangel wirkt sich auf den Organismus negativ aus. Die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab - ähnlich wie nach Alkoholkonsum.

Folgen von Schlafentzug sind erhöhte Reizbarkeit, depressive Verstimmungen, Tagesmüdigkeit und Aufmerksamkeitsstörungen.

nächtliches Knirschen und Pressen

Stressverarbeitung läuft auch gerne nachts im Schlaf ab. Dabei knirschen oder pressen wir die Zähne aufeinander.

Unsere Kaumuskeln üben dabei enorme Kräfte aus.

Wir kriegen davon gar nicht viel mit - höchstens morgens, wenn die Zähne, Kaumuskeln oder Kiefergelenke sich unangenehm anfühlen.

Manchmal machen andere Personen, die im selben Zimmer nächtigen, uns auf die Knirschgeräusche aufmerksam.

Wer die Zähne aufeinanderpresst, gibt aber keine Geräusche von sich und wird auf diese Weise nicht entdeckt.

Neben verspannten Muskeln beim Aufwachen kann auch die Innenseite der Wange einen Anhaltspunkt für nächtliches Kieferpressen  liefern.

Weil beim Knirschen und Pressen ein Unterdruck im Mund entsteht, wird die Wangenschleimhaut durch den Sog  seitlich an die Zähne gepresst.

Dadurch entstehen kleine Dellen als Abdrücke der seitlichen Zähne in der Wangenschleimhaut. Solche Dellen sind ein Hinweis auf nächtliches Knirschen oder Pressen. Gucken Sie morgens mal im Spiegel.

Hilfreich kann auch ein Selbstbeobachtungsbogen sein.
Den finden Sie auf unserer

Legen Sie eine Erinnerungsmarkierung gleich neben den Wecker,.

Auch Kinder knirschen manchmal mit den Zähnen. Vor allem um den Zahnwechsel herum.

Hier steht weniger die Stressverarbeitung im Vordergrund, mehr die Feineinstellung der neu durchbrechenden Zähne.

Mehr zur Gebissentwicklung finden Sie auf einer unserer Seiten über

Schnarchen

macht nachts Krach

Beim Schnarchen rutscht der Unterkiefer nach hinten, und das Gaumensegel und Zäpfchen flattern lautstark beim Atmen im Luftstrom.

Schnarchen ist nicht nur für andere Schläfer in Hörweite eine Geräuschbelästigung und sorgt für Schlafmangel bei den Bettnachbarn.

Schnarchen kann auch mit chronisch-obstruktiver Schlafapnoe einhergehen, das sind gefährliche Atemaussetzer.

Dabei ist die Versorgung mit Sauerstoff nicht mehr gewährleistet. Dadurch erholt der Körper sich beim Schlafen nicht richtig.

Tagsüber sind solche Schnarcher oft abgeschlagen, lustlos, müde und können sich nicht gut konzentrieren.

Die chronisch obstruktive Schlafapnoe führt zu einem deutlich erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Ein 100%-iges Mittel, um das Schnarchen komplett abzustellen, ist bisher noch nicht gefunden. Es gibt aber verschiedene Ansätze, die Versorgung mit Sauerstoff sicherzustellen.

Am Anfang steht eine Untersuchung im Schlaflabor.
Die sicherste Behandlungsmethode ist die Überdruckbeatmung (continuous positive airway pressure - CPAP) über eine Atemmaske.

Das Gerät mit seinem Schlauchsystem, dem Kompressor und der Gesichtsmaske ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig.
Bei schwerer Schlafapnoe führt kein Weg daran vorbei.

Das uns am nächsten gelegene Schlaflabor befindet sich in

Bei leichteren Fällen oder wenn hauptsächlich der Geräuschpegel gesenkt werden soll, kann auch der Zahnarzt manchmal weiterhelfen.

Von Ober- und Unterkiefer werden Abdrücke genommen. Dann stellt das Zahnlabor anhand der Kiefermodelle eine Apparatur, die sogenannte Protrusionsschiene her.

Dadurch werden Unterkiefer und Zunge nach vorne geschoben und der Biss geöffnet, der Rachenraum ist weniger eingeengt, und die Atemwege werden offen gehalten.

Die Protrusionsschiene setzt an den Zähnen an. Ohne Zähne (oder Implantate) kann eine solche Apparatur nicht im Mund befestigt werden.

Durch das Nach-vorne-schieben des Unterkiefers kann sie fast wie eine kieferorthopädische Apparatur wirken.

Besonders, wenn die Zähne sowieso schon etwas gelockert sind, kann die Protrusionsschiene zu unerwünschten Änderungen der Zahnstellung führen.

Wohin mit der Prothese?

Nachttisch oder Mund?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, was Sie mit Ihrem herausnehmbaren Zahnersatz über Nacht tun können:

a) Herausnehmen

Fürs Herausnehmen spricht, dass die sonst von der Prothese abgedeckte Schleimhaut sich über Nacht mehrere Stunden lang erholen kann.

Reizungen und Druckstellen können leichter abklingen. Gerade im Schlaf regeneriert der Körper besonders gut.

Sehr lockere Prothesen können so nicht im Schlaf verrutschen und bei Mundatmern womöglich die Atemwege blockieren.

b) im Mund lassen

Fürs Drinlassen spricht, dass der Kaudruck - gerade bei Knirschern und Pressern - weiterhin gleichmäßig über den gesamten Zahnbogen verteilt wird und sich nicht auf einzelne Restzähne konzentriert, die dann leicht überlastet werden.

Es gibt Situationen, in denen zwar noch manche Zähne vorhanden sind, aber im Gegenkiefer fehlen. Da kann es ohne Prothese passieren, dass ein Zahn nachts in die ungeschützte Schleimhaut des Gegenkiefers beißt und üble Verletzungen verursacht.

Ohne Abstützung auf der Prothese kann die Muskulatur den Unterkiefer unter Umständen extrem weit zuziehen. Dadurch entstehen oft wunde, nässende Stellen an den Mundwinkeln, sogenannte Rhagaden.

Etliche Prothesenträger mögen den Zahnersatz auch aus optischen Gründen nicht weglassen.

Fehlende Prothesen lassen die Höhe der unteren Gesichtshälfte schrumpfen und das Gesicht greisenhaft erscheinen.

Wenn die Schneidezähne ersetzt sind, fehlt den Lippen bei herausgenommener Prothese die Unterlage. Sie fallen nach innen.

Man sieht ohne Zähne schnell viel älter aus als man sich fühlt.

Was empfehlen wir?

Nehmen Sie die Variante, bei der Sie sich wohler fühlen

Es nützt ja nichts, wenn Sie genau das tun, was Ihr Zahnarzt Ihnen empfiehlt, Sie aber nicht schlafen können, weil Sie es seit Jahren anders gewohnt sind.

Viel wichtiger als, wo die Prothese übernachtet, ist nämlich, sie abends vorm Schlafengehen ordentlich sauber zu machen.

Die gründliche Prothesenreinigung beugt der Entwicklung von Mundgeruch und Entzündungen vor.

Abendliche Prothesenpflege

Reinigungstabletten sind ein cleverer Trick der Industrie. Es sprudelt heftig, und man denkt:
Bei so viel Action muss ja wohl ein entsprechender Reinigungseffekt rausspringen.

Um die Handarbeit kommen Sie aber nicht herum. Bakterielle Beläge sind sehr klebrig und müssen mechanisch entfernt werden. So ein bißchen Gesprudel reicht nicht aus.

Verwenden Sie eine Zahnbürste oder Prothesenreinigungsbürste und bürsten Sie alle Teile der Prothese gründlich ab.
Für die Anwendung im Mund ist die Prothesenreinigungsbürste aber ungeeignet.

Reinigen Sie die Außenseite der Prothese und vor allem die Innenseite, die der Schleimhaut anliegt.
Für das Säubern komplizierterer Verbindungselemente wie Teleskopkronen eignen sich Wattestäbchen gut

Beläge, die bereits verkalkt sind, entfernen Sie am besten, indem Sie die Prothese in eine saure Flüssigkeit einlegen (Essig, Zitronensaft), anschließend gut abbürsten und gründlich abspülen.
Gegen Zahnstein im Mund funktioniert das nicht, sondern führt leider zu Entkalkungen.

Teilprothesenträger, die noch eigene Zähne oder Implantate ihr eigen nennen, sollten natürlich auch diese abends hingebungsvoll pflegen  und von allen Belägen befreien.

Zusätzlich können Sie zwei- bis dreimal pro Woche Ihre Prothese für eine halbe Stunde in einer Lösung mit Reinigungstabletten desinfizieren.
Nicht die ganze Nacht.

Wenn Sie über Nacht Ihren Zahnersatz lieber herausnehmen, sollten Sie ihn erst gründlich reinigen und dann trocken lagern.

Wer lieber mit Prothese schläft, achte bitte darauf, vorm Zubettgehen immer den perfekt geputzten Zahnersatz auf seine perfekt geputzten Zähne zu setzen.

Betthupferle

"Als Betthupferl (schweizerisch Bettmümpfeli) bezeichnet man kleine Süßigkeiten, welche vor dem Zubettgehen gegessen werden."

Quelle: Wikipedia

Aus meiner Seite über Caries wissen Sie ja, dass die Cariesbakterien Zucker fressen und Säure produzieren.

Säure löst  die Mineralien der Zähne an. Daraus entsteht ein Mikrodefekt, der sich über die Zeit zum Loch auswachsen kann.

Diese Säure kann durch den Speichel abgepuffert werden. Außerdem sind im Speichel Mineralien gelöst, die Mikrodefekte im Zahn reparieren.

Während der Nacht sinkt die Speichelproduktion ab. Das ist eigentlich ganz sinnvoll. Sonst wäre jeden Morgen das Kopfkissen vollgesabbert.

Im Schlaf leckt auch die Zunge nicht über die Zahnflächen. Besonders klebrige Süßigkeiten bleiben extra lange auf dem Zahn und werden zu Säure umgewandelt.

Leider sind Kariesbakterien rund um die Uhr aktiv. Je häufiger oder je länger sie Zucker zu fressen kriegen, desto mehr zahnschädliche Säure entsteht.

Alles zusammen - die lange Verweildauer des Zuckers im Mund und die niedrige Speichelfließrate - macht das Betthupferl so schädlich für Ihre Zähne.

Die Lösung?

Genießen Sie Ihr Betthupferle einfach schon vor dem abendlichen Zähneputzen.

Auch Getränke können zahnschädlichen Zucker enthalten. Wenn Sie nachts der Durst quält, bitte nur klares Wasser trinken.

Schlafen Sie gut!
Und gehen Sie immer mit sauberen Zähnen ins Bett!
© Zahnarztpraxis Dr. Imogen Wilde 2018

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