Ganz sauber

Infos übers Zähneputzen

Wann und wie oft

Theoretisch würde es reichen, einmal pro Tag die Zähne komplett von Belägen zu befreien, um die Entstehung von Caries und Zahnbettentzündungen zu verhindern.
Der Knackpunkt ist das Wörtchen "komplett".

Komplett heißt bei jedem Zahn - auch den letzten Backenzähnen: Kaufläche, innen, außen, die Zwischenräume und besonders der Bereich am Zahnfleischrand, wo der Schmelz ganz dünn ist oder die Wurzeloberfläche schon freiliegt.

Wirklich 100% aller Beläge auf einmal zu entfernen, ist enorm schwierig. Deshalb empfehlen wir, mindestens zweimal täglich die Zähne zu putzen. Das vergrößert die Chance, eine Stelle sauber zu kriegen, die Sie beim letzten Mal nicht ganz erreicht haben.

Ein günstiger Zeitpunkt, die Zähne zu putzen, ist nach den Mahlzeiten, besonders wenn Süßes dabei war.

Ausnahme:
Nach sauren Speisen und Getränken sollten Sie nicht sofort die Bürste schwingen.

Gehen Sie immer mit sauber geputzten Zähnen schlafen. Nachts haben die Kariesbakterien sonst viel Zeit, Ihre Zähne anzugreifen.

Welche Bürste

Relativ kurzer Bürstenkopf

abgerundete Borsten, Stärke mittel.

Der Griff sollte gut in der Hand liegen.

elektrisch oder von Hand?
Beides funktioniert.

Menschen mit Behinderung, die aber selbständig Zähne putzen können und möchten, können von elektrischen Zahnbürsten profitieren.

Menschen mit Behinderung lehnen die elektrische Zahnbürste allerdings oft wegen der Vibration und des Summtons  ab.

Bei Einschränkungen der Feinmotorik z.B. durch Verletzungen, Arthrose, Parkinson, Schlaganfall ist die elektrische Zahnbürste eine große Hilfe.

Es gibt Griffverstärkungen, die man über den Zahnbürstengriff schiebt. Damit wird der Griff dicker und kann auch bei eingeschränkter Greifmöglichkeit noch gut gefasst werden.

Tipp:
Wenn Sie nicht allzu große Hände haben, probieren Sie mal eine Kinderzahnbürste aus. Die haben kurze Köpfe und meist dicke Griffe.

Auch die tollste Zahnbürste reicht nicht bis in den Zwischenraum - egal, was die Werbeslogans versprechen.

Für die Zwischenräume verwenden Sie deshalb Zahnseide oder Zwischenraumbürsten.
Darüber gibt es hier ein

Wechseln Sie Ihre Zahnbürste regelmäßig alle 4 bis 8 Wochen aus. Spätestens wenn die Borsten sich verbiegen.

Welche Zahncreme

Ich werde Ihnen hier keine Marke empfehlen. Aber Sie erhalten Hinweise, worauf Sie achten sollten.

Der Preis ist nicht wirklich ausschlaggebend. Bei Untersuchungen der Stiftung Warentest schnitten die billigeren Zahnpasten manchmal sogar besser ab als die teuren.

Fluorid ist ein wichtiger Bestandteil, der in Ihrer Zahnpasta enthalten sein sollte. Den Rückgang der Karies in unserer Region haben wir hauptsächlich dem Fluorid in Zahncremes zu verdanken.

Fluorid ist umstritten, die angebliche Gesundheitsgefahr ist jedoch widerlegt. Dennoch orientieren sich manche Zahncreme-Hersteller an diesem Absatzmarkt und produzieren fluoridfreie Pasten.

Auf ganzseitigen Zeitungsanzeigen in der Tagespresse oder auch Fernsehwerbung werden fluoridfreie Pasten und ihre angeblich gleichwertige Wirksamkeit gegen Karies angepriesen. Direkt angesprochen werden Zahnärzte.

Man fragt sich allerdings, warum die Hersteller nicht den Dialog über die Fachpresse oder direkte Anschreiben gewählt haben. Das könnten sie doch tun,  wenn ihre Argumente stimmig wären...

Wirklich alle Zähne von allen Seiten schön sauber zu kriegen, das dauert seine Zeit. Wenn die Zahncreme unangenehm schmeckt, dann verleitet das dazu, vorher schon auszuspucken und gar nicht zu Ende zu putzen.
Das gilt ganz besonders für Kinder.
Gehen Sie deshalb nach Geschmack!

Wenn die Zahncreme sich rau wie Scheuermilch anfühlt, dann ist sie für Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch nicht sanft genug. Hüten Sie sich deshalb vor "Zahnweiß"-Pasten mit groben Putzkörpern.

Manche Zahncremes enthalten Kunststoffpartikel - angeblich der besseren Reingungskraft wegen. Diese Kunststoffteilchen enden im Abwasser und werden über unsere Flüsse in die Ozeane gespült. Sie tragen zur Kunststoffverpestung der Gewässer bei. Lieber meiden - der Umwelt zuliebe.

Bei speziellem Beratungsbedarf sprechen Sie uns einfach an. Unsere Prophylaxe-Profis beraten Sie gerne.

Zusammenfassung:

Ihre Zahnpasta soll haben:

  • Fluorid,
  • angenehmen Geschmack,
  • schmirgelfreie Konsistenz,
  • keine Kunststoffpartikel

Für Kinder gilt:

Geben Sie ab dem ersten Zähnchen einen Hauch einer Kinder-Zahnpasta mit niedrigem Fluorid-Gehalt (500 ppm) auf die Zahnbürste.

Ein erbsgroßer Klacks Kinder-Zahnpasta (500 ppm) darf auf die Bürste, sobald das Kind sicher ausspülen kann,

Steigen Sie auf eine Zahnpasta mit höherem Fluoridgehalt (mehr als 1.000 ppm) um, sobald die bleibenden Zähne durchbrechen.

Die allermeisten Erwachsenen-Zahncremes sind sehr minzig und damit manchen Kindern zu scharf.

Bevor Sie in Ihrem Drogeriegeschäft alle Zahnpastasorten auf der Suche nach einer mild schmeckenden aufkaufen, kommen Sie mal mit Ihrem Kind bei uns vorbei.

Wir haben meistens verschiedene Zahncreme-Proben in der Praxis.
Da kann Ihr Kind mal schnuppern und probieren.

Welche Putztechnik

Heftiges queres Schrubben mit viel Druck ist der verkehrte Weg. Gewalt führt fast nie zum Ziel. Seien Sie nett zu Ihren Zähnen.

Klebrige bakterielle Beläge lösen Sie vom Zahn am besten mit vibrierend-rüttelnden winzigen Bewegungen der Borsten.

Dazu setzen Sie die Bürste im 45°-Winkel zur Zahnachse an, damit die Borstenenden auch in den kleinen Schlitz am Zahnfleischrand ragen und hier säubern können.

Anschließend an die Rüttelbewegung wischen Sie den Zahn zur Kante bzw. Kaufläche hin mit der Bürste ab. So aus dem Handgelenk heraus - wie beim Motorradfahren oder Stricken.

Dosieren Sie den Druck, mit dem Sie die Bürste über die Zähne führen. Verbiegen die Borsten sich sofort, dann drücken Sie zu doll.

Denken Sie an jeden einzelnen Zahn. Denken Sie daran, daß jeder Zahn auch eine Rückseite und Seitenflächen zu seinen Nachbarn hat, die alle auch sauber sein sollen.

Am besten Sie gewöhnen sich eine Routine-Reihenfolge an, die sicherstellt, dass Sie überall im Mund einmal waren.

Elektrische Zahnbürsten führen Putzbewegungen von alleine durch. Da müssen Sie weniger selber tun.

Die Bürstenköpfe der Elektrobürsten bewegen sich viel schneller als von Hand, deshalb auf eine besonders milde, gelförmige Zahncreme achten, sonst ist der Scheuereffekt zu stark.

Rotierende Bürstenköpfe, die frontal auf den Zahn aufgelegt werden, führen oben und unten eine Querbewegung durch.

 

Wer freiliegende Zahnhälse hat, fügt sich so unter Umständen Querrillen in den Wurzeloberflächen zu. Das kann zu Empfindlichkeiten führen.

Wenn Sie den rotierenden Bürstenkopf leicht seitlich verkanten, dann können die Borsten in einer Auf- / Abbiegung über den Zahn streichen. Sie brauchen dann halt mehr Zeit, schonen aber Ihre Zahnhälse.

Fragen Sie uns.
Wir demonstrieren Ihnen gerne die richtige Putztechnik.